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Jahrgänge 2010-2011-2012

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Reben und Berge

Wenn die Jahre mit dreizehn Monden dafür bekannt sind, einen unauflösbaren Eindruck auf das kollektive Gedächtnis der Winzer zu hinterlassen, ist 2012 keine Ausnahme von dieser Regel. So wahr es ist, dass der Kampf gegen Pilzkrankheiten in diesem Jahr intensiv war, weiss die Natur seine Weinbauern zu ehren, und mit dem sehr milden September hat sie ihnen die nötigen Trümpfe für eine schöne Ernte zur Verfügung gestellt.


Chasselas:

Diskrete Aromen nach Lindenblüte und Akazienhonig, ausgiebig und weich streicheln sie den Gaumen, so wie es nur die ausgeglichenen Jahrgänge können. Zum Glück stillen sie keinen Durst !


Salvagnin:

Dank dem milden Spätherbst und von einer ausgezeichneten Gesundheit profitierend, konnte die Reife der Tannine begehrlich erreicht werden und ergab würzige Aromen nach Lakritze mit Noten von roten und schwarzen Beeren, mit einer ermessenen Vereinigung der Proportionen der Rebsorten Garanoir et Gamaret. Jederzeit ein Vergnügen. Prost!


Pinot Noir:

Die Trauben, bestehend aus kleinen Beeren, nur sehr wenige nach der Blüte, haben von diesem Wechselklima, mit warmen Tagen und kalten Nächten, profitiert. Sehr aromatisch, dicht und konzentriert, sind diese Weine auch weich und reich, mit fruchtigen Aromen nach Himbeeren und Cassis und entsprechen unserer Erwartung. Zur Aufbewahrung oder für den sofortigen Genuss.

Aller guten Dinge sind drei ! Dieses Sprichwort befürchteten wir am Vorabend der Ernte zu überprüfen, es war jedoch noch Sommer, im August, als die Ernte mit den Trauben für die Schaumweine begann. Erwartet von Mutter Natur und uns Anderen auch, wurde das Wochenende des Bettages mit tropischen Platzregen belohnt und die Trauben füllten sich mit einem sanften Saft. Danach nichts mehr, was ist einfacher als jeden Tag in der Sonne zu warten, bis dass die gewünschte Reife erreicht ist, die Wetterprognosen nur im Augenwickel überwachend?

Da es einfacher ist im T-Shirt zu ernten als mit Fäustlingen, kamen die Pflücker rasch vorwärts. Die Trauben waren sehr gesund, mit Ausnahme von einigen Pinot, welche die Hitze, die Ende August herrschte, nicht sehr schätzten etwas Verwelken markierten.

Der Chasselas, unveränderlicher Barometer unseres Kantons, enthielt Werte an Zuckergehalt eines Grand Cru würdig, jedoch positiv knackig und wachsam. Ab dem 20. September begann dann die Ernte richtig und seit diesem Tag wurde die detaillierte Planung der Ernte von Regen verschont.

Die Ernte endete unter den idealsten Bedingungen, mit zwei, sogar fast zweieinhalb Wochen Vorsprung auf den ausgezeichneten Jahrgang 2010. Im Vergleich zu den zwei vorgehenden Jahren werden die Erntevolumen als grosszügig bezeichnet. Für die Weissen sprechen wir von 22.5 Millionen Liter, d.h. einige 8% mehr als in den letzten beiden Jahren. Für die roten Sorten, ergibt die Waadtländer Vielfalt eine erstaunliche Variabilität der Erntedaten. Somit liegen zwischen der Ernte von den Frühsorten (gewisse „Färber“, wie z.B. Dakapo) und den Spätsorten (Merlot und Cabernet Franc) mehr als 50 Tage.

Wie der Uhrmacher, passt der Waadtländer Winzer sein Bemühen präzise an, um jede Nische auf dem Schweizer- sowie auf dem internationalen Markt auszufüllen. Der Weinbau reist mit Freude, Innovation und dem Wissen über die Tradition durch ein reiches Sortiment von Aromen, Geschenk einer grosszügigen Natur.

Nach den raschen Gärungen werden die Weissweine, geschmeidig, gut ausgewogen mit Noten von weissen Pfirsichen. Im Mund geht manchmal eine salzige Note der Süsse voran, ähnlich der Weine des Jahres 2009. Die Rotweine werden kräftige Farben und ein fruchtiges Bouquet mit Tanninen präsentieren, etwas weniger stark als der Jahrgang 2010, im Mund sind sie seidig, mit einer reich fruchtig ausgehenden Länge.

Nach mehr als 21 Tagen von Regen verschonter Ernte, ist die Bilanz qualitativ erfreulich. Die Konzentration von Zucker und die kleinen Trauben ergeben ein fantastisches Ereignis bei der ersten Degustation der Weine sofort nach der alkoholischen Gärung. Nahe dem Jahrgang 2009, mit durchschnittlich 78° Oe, sind die Chasselas aromatisch nahe von weissen Pfirsichen, rund mit scharfem Angriff, im Mund ausgeglichen. Die Volumen sind relativ niedrig und die Ernte wird als klein bezeichnet.

Die Pinot und Gamay haben ebenfalls ein sehr hohes Zuckergehalt mit zwischen 92 und 100° Oe. Die Dichte der Trauben ergibt farbintensive Weine mit violetter Widerstrahlung. Die ersten Aromen sind Erdbeeren, Johannisbeeren und Salbei. Die Struktur im Mund ist nervöser als im Jahr 2009, mit starkem noch rauem Geschmack. Die Garanoir und Gamaret sind perfekt farbstark strukturiert, ein Erfolg, mit wilden Aromen und Geschmack von Lakritze. Das Bouquet der Merlot duftet nach Pflaumen und Efeu, während im Mund ein männlich strukturiertes Tannin operiert. Mit Geduld erreichten diese Trauben ein Zuckergehalt von mehr als 100° Oe, d.h. ein Potential von 13,5% Volumen Alkohol.

Im Bereich der Spezialitäten, macht sich der Gewürztraminer rar auf der Küste La Côte, denn diese Produktionen liegen bei 300g/m2. Ihre Aromen von Litschis sind faszinierend. Die Sauvignon und Viognier schliessen sich der Kohorte der aromatischen Rebsorten an, mit einer hervorragend gesunden Balance, frei von Botrytis. Die Empfangseinrichtung hat sich bewährt. Das neue Empfangssystem in Morges erlaubte, nach einigen Einstellungen, die Spezialitäten separat und alle Sorten stapelweise zu verarbeiten, sowie gleichzeitig die prinzipielle Ernte zu empfangen. Die Planifikation ist durch die telefonische Anmeldung vereinfacht. Die Absonderung der verschiedenen Selektionen bereits im Rebberg erlaubt eine hervorragende Rückvollziehung und konsolidiert unsere Veranlassungen für die Erntedaten.

Wir bedanken uns bei den Rebebesuchern für die Qualität Ihrer Beurteilungen. Die Vinifikation erfolgt in der Regel, manche Weine haben ihre zweite Gärung abgeschlossen und wir haben von der Kälte draussen profitieren können um die Weine körperlich zu stabilisieren. Eine Mischung von Galotta, Gamaret, Garanoir und Diolinoir, sehr reich, farbig und strukturiert, in Fässern aufgezogen, hat ein ausgezeichnetes Lagerungspotential.

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